Tanneneck

Von der Ostalgie-Kneipe der besonderen Art zum Bistro/Café - Pizzeria mit original italienischem Flair und nun als "AMAMI" mit vietnamesischer Bewirtschaftung

Das Tanneneck - im Osten Berlins, Stadtbezirk Hellersdorf-Marzahn und damit im größten Siedlungsgebiet Europas gelegen - blickt jetzt schon auf eine lange Tradition zurück.

1999 erstmals eröffnet, aber unter noch einfachsten Verhältnissen nur über die Sommermonate geöffnet.

2000-2002 immer wieder unter anderer Bewirtschaftung den Versuch gewagt, einen ganzjährigen Betrieb aufrechtzuerhalten.

2003-2008 läuft der Betrieb dank eifriger Unterstützung seitens der Familie des Betreibers und zahlreicher Stammgäste immer besser.
Es wurden noch umfangreiche Investitionen vorgenommen, wie z.B. der beheizbare Wintergarten. So können auch kleinere Veranstaltungen, wie z.B. Familien- oder Weihnachtsfeiern nun hier stattfinden. Gemütliche Sitzecken laden zum Verweilen ein und im Sommer kann von den zusätzlichen Gartensitzbänken draußen das Treiben auf der Straße, so zu sagen "von der 1. Reihe aus", beobachten werden, derweilen man sich an einem herrlich kühlen Bier erfrischt, welches hier sehr preiswert serviert wird.
Auch die Frühstücksversorgung für die damalige PS-Gästewohnung wurde hier vorgenommen.

2009-2010 Nachdem der vorherige Wirt aufgrund eines Angebotes zur Übernahme einer Dorfwirtschaft im Berliner Randgebiet leider aufhören mußte, wurde nun versucht mit neuer Bewirtschaftung das "Tanneneck" weiter zu führen. Anfangs lief es auch noch recht gut, was den verbliebenen Stammgästen zuzuschreiben war. Aber nach und nach wurden es immer weniger. Trotz umfangreicher Nachinvestitionen (Doppelflügel-Glaseingangstür, Innen- und gedämmte Außenverkleidung des Wintergartens, incl. Fenster, sowie eine professionelle Bierkühleranlage) verstand es der neue Wirt nicht, mit attraktiven Besonderheiten neue Gäste heranzuziehen.

Seit Anfang 2011 war dann das Tanneneck geschlossen und wartete auf eine neue Bestimmung.

Adresse: Ridbacher Str. 114, 12621 Berlin

Überzeugen Sie sich selbst bei nachfolgender Besichtigungstour, was Sie damals erwartet hätte. Lassen Sie sich überraschen, mit welchen Sprüchen, Bildern und sonstigem "Beiwerk" Sie erheitert worden wären. Leider existieren diese Accessoires nicht mehr.

Tanneneck von der Strasse Tanneneck-Strassenansicht 1 Tanneneck von der Strasse Tanneneck-Strassenansicht 2 Tanneneck von der Strasse Tanneneck-Strassenansicht 3 Tanneneck von der Strasse Tanneneck-Wintergarten (1)
Tanneneck von der Strasse Tanneneck-Wintergarten (2) Tanneneck von der Strasse Tanneneck-innen (Tresen) Tanneneck von der Strasse Tanneneck-innen (Traditionsecke) Tanneneck von der Strasse Tanneneck-innen (Stammgäste)

2012 - 2015 war das Tanneneck ein privater Versammlungsraum eines Motorad-Clubs. Diese Jungs haben umfangreiche Baumaßnahmen vorgenommen:
- eine neue Einfriedung mit einem 2m hohen Bretterzaum,
- eine Modernisierung der Toilette,
- eine Umnutzung der ehemaligen Küche,
- den Abriß des Wintergartens und
- eine dekorative Außenbar neben der Eingangstür.

2016 gab es dann wieder eine neue Bewirtschaftung als normales öffentliches Café/Bistro.
Nach erneuten umfangreichen Baumaßnahmen unter Mithilfe des Ehemannes der Wirtin konnte das Objekt wieder als normale öffentliche Gaststätte im Frühjahr 2016 neu eröffnet werden. Die Wirtin hatte sich erstmalig als Selbstständige in der Gastronomie versucht.

2017 - Das Tanneneck ist wieder geschlossen.

2018 - Seit Frühjahr 2018 gibt es nun wieder eine neue Bewirtschaftung mit völlig neuem Konzept.
Ein Italiener - eigenlich kommt er aus Sardinien - hatte die Idee aus der ehemaligen Kneipe eine hübsche kleine Pizzeria mit original italienischem Flair zu machen.
Nach anfänglich guter Annahme durch viele neue Gäste gab es am 24.07.2018 einen herben Rückschlag. Mitten in der Nacht - wahrscheinlich gegen 2 Uhr - wurde die Gaststätte mit einem Brandanschlag konfrontiert. Obwohl die Feuerwehr schon wenig später vor Ort war, stand der angrenzende hölzerne Lagerschuppen voll in Flammen. Die Flammen griffen dann auch schnell auf das eigentliche, ebenfalls hauptsächlich aus Holz bestehende Gaststättengebäude über.
Die Feuerwehr konnte zwar den Totalverlust verhindern, jedoch war das, was noch stehen geblieben ist, durch das Löschwasser so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass ein Weiterbetrieb nicht mehr möglich gewesen ist. Außerdem konnte man den permanenten Brandgeruch keinem der Gäste zumuten.
Hier ein paar "Brand"-Bilder:

Tanneneck-Brandschaden 1 Tanneneck-Brandschaden 2 Tanneneck-Brandschaden 3 Tanneneck-Brandschadn 4
Nun war guter Rat teuer - im wahrsten Sinne des Wortes! -
Es stand die Frage, ob es sich lohnt das Ganze wieder aufzubauen, um den Betrieb weiter zu führen, oder alles nur beräumen zu lassen und damit das Kapitel "Tanneneck" endgültig zu beerdigen.

In langen Diskussionen mit dem Italiener - er hatte bei Weitem den größten Verlust zu beklagen - konnten wir dann eine Einigung erreichen, gemeinsam das "Tanneneck" doch wieder aufzubauen.
Grundlage dessen war das Schadensgutachten der Gebäude-Versicherung, wonach die tragende Stahlkonstruktion keinen Schaden erlitten hat. Zunächst war angedacht, die Wiederherstellung von einem so genannten "Schadensanierer" vornehmen zu lassen. Dessen Angebot lag aber weit über der Versicherungssumme, so dass wir zwangsweise in die Lage versetzt wurden, dann doch alles selbst machen zu müssen.
Wir hofften, dass die reinen Materialkosten von der Versicherungssumme der Gebäude-Versicherung gedeckt werden können. Alles andere sollte dann in gemeinsamer Eigenleistung erfolgen.
Zunächst galt es, die verbrannten Reste von Holz, Kunststoff (z.B. jede Menge Bierkästen) usw. zu entsorgen. Private Entsorgungsbetriebe und auch die BSR hatten reichlich zu tun! - Es war im wahrsten Sinn des Wortes eine "Sauarbeit" - und das ausgerechnet bei hochsommerlichen Temperaturen!
Aber bereits im September konnten wir dann schon wieder mit dem Neuaufbau beginnen.
Zuerst war natürlich das Dach dran, denn es war damit zu rechnen, dass die Trockenheit des Sommers nicht ewig anhält. Nach dem Dach wurden neue Fenster und eine neue Eingangstür eingesetzt und danach mit dem Innenausbau begonnen - Wände und Decke mit Gipskarton. Während der Italiener einen neuen Tresen baute, hat PS sich mit dem Neubau der Fassaden befasst. Es sollte eben so schnell wie möglich die Funktionsfähigkeit der Gaststätte wieder hergestellt werden.
Anfang Dezember war es dann soweit - eigentlich eine sehr ungünstige Zeit für eine Wiedereröffnung - aber es funktionierte, obwohl die Baumaßnahmen bei Weitem noch nicht vollständig beendet waren. Die Erneuerung der Fassade mit weißen Außenpaneel-Brettern zog sich dann doch noch eine ganze Weile hin ...
Hier ein paar Bilder vom Neubau:

Tanneneck - Wiederaufbau 1 Tanneneck - Wiederaufbau 2 Tanneneck - Eingang Tanneneck - innen

Seit 2019 lief das "Tanneneck" nun wieder im neuen Glanz und schöner als vorher!

2020 - Nachdem in die zwei Meter hohe Bretterzaun-Umfriedung mithilfe eines Stammgastes, der im holzverarbeitenden Gewerbe tätig war, eine ganze Reihe Fenster aus Sicherheitsglas eingebaut wurden, stand nun auch noch zur Diskussion, die bereits fast seit Anfang an vorhandene Überdachung des Vorplatzes zu erneuern. Die Reinigung der lichtdurchlässigen Kunststoff-Welldeckung war sehr aufwändig und auch die Tragekonstruktion war infolge der vielen Umbauten und des Brandereignisses problematisch geworden.
Als Ersatz kamen moderne Alu-Gitterträger aus dem Gerüstbau zum Einsatz und die Dachfläche wurde mit lichtdurchlässigen Stegplatten realisiert. Diese Investition wurde zum Frühjahr 2021 pünklich zum Beginn der neuen Biergartensaison vorgenommen.

Neue Vorgarten-Überdachung - noch ohne Stegplatten.

2021 wollte der Italiener dann doch aufhören - trotz langfristigen Mietvertrages. Zur Weiterführung der mietvertraglichen Vereinbarung sollte ein durch den Italiener vermittelter neuer Betreiber - ein vietnamesisches Ehepaar nebst Familienanhang - das Tanneneck weiter bewirtschaften.
Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, begannen die Vietnamesen das gerade neu gebaute "Tanneneck" wieder umzubauen zu einem asiatischen Spezialitäten-Restaurant mit Außer-Haus-Verkauf und Bringedienst.
Die Lokalität bekam auch einen neuen Namen "AMAMI"


Copyright © 2007 by Peter Salomon. Letzte Änderung am 25.04.2024